In Nepal leben Lepra-Patientinnen und Patienten nach wie vor unter starkem gesellschaftlichem Stigma und massiver Diskriminierung. Viele Betroffene sind daher gezwungen, in abgelegenen ländlichen Regionen oder schwer zugänglichen Berggebieten in Isolation zu leben, was ihren Zugang zu medizinischer Versorgung erheblich einschränkt.
Darüber hinaus verfügen sie meist über keinerlei oder nur sehr eingeschränkte Einkommensmöglichkeiten, was zu einer zusätzlichen sozialen Ausgrenzung führt – nicht selten auch innerhalb der eigenen Familie.
In Nepal werden jährlich rund 2.500 bis 3.000 neue Leprafälle offiziell registriert. Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl aufgrund unzureichender Diagnosestrukturen, gesellschaftlicher Tabus und mangelhafter Meldesysteme deutlich höher liegt.
In den Jahren 2023 und 2024 besuchten Mitglieder des Vorstandes des St. Lazarus-Fonds verschiedene Gemeinschaften von Lepra-Betroffenen in Nepal und knüpften dabei Kooperationen mit mehreren spezialisierten lokalen Partnerorganisationen.
In enger Zusammenarbeit mit diesen Partnern wurde ein Pilotprojekt initiiert, das darauf abzielt, die Existenzgrundlagen der Betroffenen und ihrer Familien langfristig zu sichern und nachhaltig zu verbessern.
Das Projekt fördert individuelle Einkommensperspektiven, unter anderem durch Viehzucht, den Aufbau kleiner Werkstätten sowie die Einrichtung von Dorfläden. Der Schwerpunkt liegt hierbei insbesondere auf der Region Pokhara sowie auf der wirtschaftlich stark benachteiligten und von Lepra besonders betroffenen Provinz Madhesh nahe der indischen Grenze.
Die Empfängerinnen und Empfänger der Unterstützung schließen sich in lokalen Selbsthilfegruppen zusammen und entscheiden gemeinschaftlich über die Verwendung der bereitgestellten Mittel.
Im Rahmen des aktuellen Förderprogramms des St. Lazarus-Fonds wurden in Kooperation mit den lokalen Partnern insgesamt 28 Haushalte ausgewählt. Diese Familien leben überwiegend in ländlichen Gebieten und sind aufgrund ihrer prekären Lebensumstände in besonderem Maße auf Unterstützung angewiesen.
Zur Stärkung ihrer Lebensgrundlagen erhielten sie Kühe, Ziegen oder Hühner; bei Bedarf wurden zusätzlich einfache Stallungen errichtet. Darüber hinaus wurden während der Besuche vor Ort wärmende Decken an besonders bedürftige Haushalte verteilt, um den unmittelbaren Bedarf in der kalten Jahreszeit zu decken.
Die Eindrücke vor Ort haben deutlich gezeigt, dass diese Maßnahmen nicht nur zu einer signifikanten materiellen Verbesserung beigetragen haben, sondern auch das Selbstwertgefühl der Betroffenen gestärkt und ihnen neuen Lebensmut vermittelt haben.